Wir leben in einer Zeit des Wandels!

Es ist seit Jahren spannend zu beobachten wie sich unsere Wirtschaft und damit auch unsere Gesellschaft verändert. Erst durch die Elektronik und dann durch die Digitalisierung, die inzwischen (fast) allgegenwärtig ist. Das Internet ist in der Breite angekommen, ja mit all seinen Vor- und Nachteilen, und im kleinen läuft bereits der nächste Schritt, das Internet der Dinge.

Wie Start-ups und andere agile Fimen damit umgehen, beschreibt sehr schön das Buch ‘New Business Order‘. Das Lesen lohnt sich! Diesen Wandel ganz praktisch hat Markus in seinen Posting ‘Bloggen bis die Blase platzt‘ beschrieben. Und er schreibt zu recht, wie die Autoren des Buches, dass dieser Wandel vor keiner Branche halt machen wird!
Dazu hat Markus gleich noch ein sehr aktuelles Beispiel, direkt aus seinem Lebensumfeld. Im München hat der renommierte Buchhändler Hugendubel seine prominente Großfiliale am Münchner Marienplatz geschlossen und, symptomatisch, zieht nun einen Filiale der Deutschen Telekom in das Haus ein. Da ist sie, die Umwälzung durch Digitalisierung und Vernetzung, mitten im Zentrum, für alle sichtbar!

Es ist dabei eine sich wiederholende Sache. Ein Newcomer drängt mit etwas Neuem in einen etablierten Markt, die Marktbegleiter lachen über ihn. Der Newcomer hat erste Erfolge, die anderen ignorieren das bis der Newcomer plötzlich erhebliche Anteile am Markt hat und ihre Geschäfte einbrechen. Nun beginnen die Altfirmen zu jammern und nach Gesetzen und Schutz zu rufen. Aber ihr Geschäftsmodell wollen sie nicht ändern, bis es dann zu spät ist. Beispiele? Die kennt jeder, die Musikindustrie mit dem MP3 Format, die Filmverleger und das Videostreaming aka YouTube, die Verlage und das eBook, die TV-Sender und das Steaming / Netflix, …. sie kommen alle dran und der Ablauf ähnelt sich erschreckend. Das ist deshalb so erschreckend, weil jede Branche die Fehler der anderen erneut begeht, wie ich oben schon geschrieben habe.

Und der Politik fällt auch nur ein mit den Mitteln aus vergangenen Zeitaltern im digitalen Wandel zu arbeiten. Da wird über ‘Sendezeiten’ für Webseiten geredet, Inhalte sollen per Alterseinstufung dem Jugendschutz gerecht werden und immer wieder schaffen es die deutsche Politik, dubiosen Abmahnanwälten neue Wege zu eröffnen. Ein Trauerspiel, denn sie verstehen den Wandel nicht – Neuland halt. Dabei ist die Gesellschaft längst weiter und es wäre an der Zeit für eine Moderne und zur Digitalisierung passende Gesetzgebung.

Und Eltern sollten sich endlich mit ihren Kindern zusammen setzen. Es gab auch früher Gefahren für Kinder und Jugendliche, aber Eltern begleiten ihre Kinder und bereiten sie auf die Welt draußen vor. Dazu gehört heute auch das Internet mit allen seinen Facetten. Bereitet eure Kinder darauf vor, auch wenn ihr dazu erst euch selbst informieren müsst.

Wir leben mitten drin in einem der größten gesellschaftlichen Umbrüche, den es so noch nie gab. Unser Leben wird in wenigen Jahren sich noch mehr gewandelt haben als wir es bisher schon wahrgenommen haben. Es liegt an uns allen, diese neue Ordnung sinnvoll und gut für alle zu gestalten. Wir leben in einer spannenden Zeit! 

Buch: New Business Order

Der Titel ist so schön zweideutig, denn in den kommenden Jahrzehnten bricht die bisherige ‘alte’ Wirtschaftsordnung um oder wie es zu dem Buch heißt:

Kleine Start-ups haben gerade erst angefangen, etablierte Unternehmen aufzumischen: durch neue Produkte, Ideen, Prozesse und eine Kultur der Offenheit. Sie sind nah am Kunden, einfallsreich und hoch flexibel. Sie entdecken neue Märkte – rund um Mobilität, Konsumgüter, Beratung und viele andere Bereiche – und nutzen die Chancen, die die Großen verschlafen.

Diese Firmen sind nicht zwingend nur Start-ups, im Buch gibt es etliche Beispiele auch von langjährigen Unternehmen. Aber allen ist gemein, dass sie flexibler agieren und einfach näher am Markt und ihren Kunden sind. Den etablierten Branchenkönigen werden diese Firmen einen heftigen Wettbewerb liefern. Parallel entwickeln sich in diesen neuen Unternehmen dabei die dazu passenden, neue Geschäftsmodelle. Diese basieren auf Werten wie Offenheit, Neugierde, enger Kontakt zum Kunden und enger Vernetzung untereinander. Klassische Hierarchien sind ihnenfremd, was allerdings nicht mit Chaos gleichgesetzt werden darf. Wer dies tut, unterschätzt diese neuen Wettbewerber!

Beispiele wo neue Unternehmen die alten hinwegfegen kennt eigentlich (fast) jeder. Bekannt ist der Absturz der ehemaligen Weltfirmen Nokia, einst die Firma für Mobiltelefone und heute? Die Handysparte wurde verkauft, der Wert des Unternehmens ist stark gesunken. Die Ursache ist warum das passierte ist auch bekannt. Nokia hat den Trend zum Smartphone nicht erkannt und sich dann zu lange sich diesen Wandel im Handymarkt verweigert. Stattdessen ist nun ein im Telefonmarkt völliger ‘Neuling’ im Telefonmarkt ganz vorne – Apple.
Das ist sicherlich eines der bekanntesten Beispiele, andere betreffen den Musikmarkt wo der Weg weg von der CD zum Streaming nicht durch die etablierten Musikverlage beschritten wurde.

Solche Veränderungen in der Wirtschaft sind per se nichts neues. Firmen steigen auf, sind einige Zeit topp und dann wieder weg vom Fenster. Der Unterschied gegenüber früheren Zeiten, liegt heute in den veränderten Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. In transparenten Märkten kommt es auf schnelle Reaktionen an, die Kunden wollen individueller bedient werden und vergleichen die Angebote mehr als es früher ihnen überhaupt möglich war. Diese Umstände werden dabei durch den digitalen Wandel maßgeblich vorangetrieben und das mittlerweile in (fast) allen Branchen!
Das Internet als weltumspannendes Kommunikationsnetz sorgt dafür, dass Informationen sofort weltweit verfügbar sind.

In ihrem Buch ‚New Business Order‘ stellen die beiden Autoren Christoph Giesa und Lena Schiller Clausen diese neuen Ordnung an Hand von realen Firmen vor. Dabei handelt es sich nicht nur um Start-ups, auch etablierte Firmen, die den Wandel vollzogen haben, werden vorgestellt. Die vielen Beispiele sollen zum Nachdenken anregen, sollen Muster sein ohne dabei als How-to verstanden zu werden!

Das Buch gliedert sich in drei, logisch aufeinander aufbauende, Abschnitte. Der erste Teil bringt uns die sich gerade entwickelnden Umwälzungen näher. Was sind das für Herausforderungen vor denen die Unternehmen stehen und warum reagieren so viele falsch drauf? Das wird dann im Teil zwei untermauert durch Beispiele von Unternehmen die bereits auf diesen neuen Wegen unterwegssind. Was haben diese anders gemacht, worin unterscheiden sich deren Geschäftsmodelle zu den bisherigen? Im letzten Teil wagen die Autoren sich dann daran die hinter dieser Entwicklung stehenden Prinzipien und Modelle mit bekannten Theorien zu belegen. Dazu liefern die beiden Autoren am Ende eines jeden Kapitels eine Zusammenfassung von Merksätzen und, was mir noch mehr gefiel, mit weiterführenden Literaturhinweisen. Super.

Das Buch bietet eine Fülle an Informationen wie es Firmen gelingt einen Markt neu aufzurollen. Und dieser Wandel geschieht immer öfter durch branchenfremde Firmen, die in andere Märkte einbrechen. Aktuellstes Beispiel sehe ich dazu im TV-Markt, wo inzwischen Amazon, Netflix, Google und Co. den traditionellen Sendeanstalten das Fürchten lehren. Fernsehen, wie wir es heute kennen, wird in spätestens fünf Jahren anders aussehen, total anders!

Dieses Buch fesselt einen, wer mit wachen Augen das Treiben der Wirtschaft verfolgt, wird sehr vieles plötzlich mit anderen Augen wahrnehmen. Der hier beschriebene Wandel findet jetzt statt.

Das Fazit: Ja, wir leben in einer spannenden Zeit und dieses Buch öffnet einem die Tür dazu.

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CHRISTOPH GIESALENA SCHILLER CLAUSEN

New Business Order
Wie Start-ups Wirtschaft und Gesellschaft verändern

Erscheinungsdatum: 24.02.2014
Fester Einband, 316 Seiten
Preis: 19,90 €
ISBN 978-3-446-43874-3

Hanser Verlag

Internet nur für Erwachsene?

Das schlägt ja mal wieder dem Fass den Boden aus, der Artikel bei zeit-online Internet nur für Erwachsene fasst die Situation gut zusammen. Da brüten unsere Damen und Herren Politiker, dieses Mal im Rahmen der Rundfunkkommission der Länder, mal wieder über das Thema Jugendschutz und Internet herum. Danach sollen “Internetangebote eine Alterskennzeichnung wie “ab 12 Jahren” oder “ab 18 Jahren” führen” und “Die Alterskennzeichnung soll auf Freiwilligkeit der Anbieter beruhen und für Jugendschutzfilter auslesbar sein.

Das würde dazu führen, dass alle deutschen Webseiten, Blogs und Foren eine solche Alterskennzeichnung benötigen. Dieser Zwang bestünde allein schon um sich vor durchgedrehten Abmahnanwälten zu schützen!
Alle Webseiten außerhalb Deutschlands scheren sich natürlich um diese Verordnung rein gar nicht. Nur die deutschen Seiten haben erneut einen Wettbewerbsnachteil.

Und wirksam im Sinne, das Jugendliche an ‘gefährliche’ Inhalte nicht heran kommen, ist so eine Verordnung erst recht nicht. Falls es in der Politik sich noch nicht herum gesprochen hat: Unsere Kinder sind in der Mehrheit in Dingen des Internets schlauer als ihre eigenen Eltern! Da werden sehr schnell die Wege um eine solche Drangsalierung auszutricksen untereinander ausgetauscht werden. Schon auf Videos, DVDs und Games sind die Altersangaben Makulatur, wenn weder der Verkauf noch die Eltern sich darum kümmern!
Was im Sinne von Jugendschutz viel mehr Not tut, ist die Verantwortung der Eltern. Sie sind aufgefordert sich (endlich) mit ihren Kindern dem Thema Internet gemeinsam zu nähern. Denn mit gegenseitigem Vertrauen kommen sie dann zusammen viel weiter. Das ist Jugendschutz und viel besser als wenn sich Eltern einfach auf den Staat und solche unausgegorenen Vorschläge verlassen.

Warum also tritt die Politik so sehr für solche Regelungen ein? Ist es blinder Aktionismus für den Jugendschutz? Motto wir tun da etwas – egal wie sinnvoll das ist?
Oder will man vielleicht den Abmahnern die nächste Einnahmequelle sichern, statt diesen Menschen ein für alle mal die Geschäftsgrundlage zu entziehen!
Meine Vermutung geht aber vielmehr in die Richtung ‘den sie wissen nicht was sie tun’. Die Clique unserer Politiker ist inzwischen so weltfremd geworden, dass das Internet und alle seine Ebenen zwar gern genutzt werden, aber keiner der Damen und Herren versteht es wirklich bzw. bemüht sich das Thema zu verstehen – #Neuland halt.
Alles dazu ist nur leeres Gerede von Politikern!

Aber eines haben sie doch verstanden, das Internet klärt auf. Es ist nicht mehr so einfach die Menschen für dumm zu verkaufen. Ähnlich in der Türkei, wo der Regierungschef durch Sperrungen versucht den freien Meinungsaustausch über Twitter zu verhindern, scheitern solche Filter- und Zensurregelungen.

Fakt ist, mit solchen Verordnungen macht sich Deutschland erneut als technikfeindliches Land seinen Namen und darüber lacht inzwischen die halbe Welt.
Traurig, aber auf diesem Wege verschenken unsere Politiker die Zukunftschancen unseres ehemaligen Hochtechnologie Landes – im Namen des Jungendschutzes zum Schaden für die Zukunft unsere Jugend.

Puh, diesen Rant musste ich loswerden. Was denkt Ihr über die Pläne der Rundfunkkommission der Länder?

Ergänzend hier ein paar interessante Links:
Hyperland Blog Staatsvertrag: Kein kindersicheres Internet
Hier kann man sich, in Form von Kommentaren, am Jugendmedienschutz beteiligen.
Die Aussagen des Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) zum Thema Jugendschutz und Internet.
Und hier am Beispiel Estland, wie sehr wir Deutschen der Entwicklung bereits hinterher laufen und unsere Zukunft verschenken.

Router Probleme mit dem Linksys E4200

An unserem Internet-Anschluss bei wilhelm.tel habe ich seit einigen Jahren einen Router E4200 von Linksys im Einsatz. Nun zeigte dieser Router in der letzten Zeit einige Zicken. Immer wieder brach mir die Internet-Verbindung sporadisch kurz zusammen und es dauerte dann teilweise mehrere Sekunden bis die Verbindung wieder hergestellt war.

Anfangs hatte ich noch unseren Provider in Verdacht, aber dank eines netten Hotline-Mitarbeiters konnte ich Erfdahren was in die dortigen Logdateien festgehalten war. Danach wurde die Verbindung von unserer Seite jeden Tag mehrfach abgebrochen und wieder neu aufgebaut!

Also blieb nur der Router als Schuldiger übrig. Ein kurze Suche im Web ergab, zu meiner Überraschung, dass offenbar viele Linksys E4200 Besitzer dieses Problem von Anfang an mit ihrem Gerät hatten! Insofern hatte ich wohl bisher Glück gehabt. Aber da nicht einmal die aktuellste Firmware eine Besserung brachte, musste nun etwas anderes probiert werden.

Durch einen Kollegen war ich bereits im letzten Jahr darauf hingewiesen worden, dass es beim Open Source Projekt DD-WRT auch für meinen Router eine alternative Firmware gibt. Er hat bei sich damit gute Erfahrung gemacht. Aber was ist DD-WRT?

„DD-WRT is a Linux based alternative OpenSource firmware suitable for a great variety of WLAN routers and embedded systems. The main emphasis lies on providing the easiest possible handling while at the same time supporting a great number of functionalities within the framework of the respective hardware platform used.“

Also habe ich am letzten Wochenende mir die Zeit genommen und mit dieser alternativen Firmware meinen E4200 erfolgreich aufgepimpt.

DD-WRT Konsole beim E4200

DD-WRT Konsole beim E4200

Die Installation hat mich ca. 2 Stunden Zeit gekostet, wobei der größte Teil vorab beim Nachschlagen und lesen darauf gegangen ist. Details und alle Links habe ich in diesem Posting DD-WRT auf Linksys E4200 installieren festgehalten.

Seit Wochenende läuft der Linksys E4200 nun mit DD-WRT stabil am Internet. Die Abbrüche scheinen damit vorbei zu sein – Mission completed :-)